Der Knick – wertvolles Biotop
für Vögel, Säugetiere und Reptilien

Bronchicum und Stiftung Unternehmen Wald unterstützen die Neuanlage eines Knicks* zum Schutz des NSG Sudeniederung in Mecklenburg-Vorpommern

In der Nähe von Redefin, einer kleinen Gemeinde im Westen von Mecklenburg-Vorpommern am Naturpark Mecklenburgisches Elbtal, entstand ein rund 500 m langer Knick als Schutzpflanzung für das Naturschutzgebiet Sudeniederung.

Die Ausläufer des NSG Sudeniederung grenzten ohne jegliche Einfriedung direkt an bewirtschaftetes Ackerland jenseits der Bundesstraße 5 bei Redefin. Lärm und Abgase von der stark befahrenen B5 sowie Düngemittel und Pestizide aus der Landwirtschaft wirkten seit Jahren ungehindert auf das Schutzgebiet ein. Diese Umstände waren für Peter Merkentrup, Bürger von Redefin und engagierter Naturschützer, nicht mehr tragbar. Kurzerhand entschloss er sich mit Unterstützung von Bronchicum, einen rund 500 m langen Schutzwall aus Bäumen und Sträuchern, einen so genannten Knick, aufzuforsten.

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Knicks verschönern auch das Landschaftsbild

Auf rund 12,5 Metern Breite wurden für Vögel und Säugetiere wertvolle Straucharten wie Schlehe, Weißdorn, Hasel, Brombeere, Himbeere und Holunder gepflanzt. Ihre Früchte liefern Vögeln und Kleinsäugern gerade im Herbst, wenn die Fettdepots für die Wintermonate gefüllt werden müssen, lebenswichtige Nährstoffe. Zwischen den Sträuchern, jeweils in der Mitte des Knicks, pflanzten die Naturschützer in weiten Abständen Bäume der ersten und zweiten Ordnung. Zur ersten Ordnung gehören Arten wie die Eiche, eine typische Knickbaumart und zur zweiten Ordnung Bäume wie Feldahorn und Wildobstsorten.

Der Knick von Redefin erfüllt aber noch weitere, ganz entscheidende Funktionen. Er bietet in den landwirtschaftlich genutzten Flächen einen wertvollen Rückzugsraum für die unterschiedlichsten Tierarten. Ob Rebhuhn, Fasan, Igel, Marder oder Eidechsen, die Zahl der Knick bewohnenden Tierarten wird auf ungefähr 7.000 geschätzt. Der Knick von Redefin reduziert zusätzlich den Eintrag von landwirtschaftlichen Pestiziden in das nahe gelegene Naturschutzgebiet und bildet einen Sicht- und Lärmschutz zur Bundesstraße 5.
So bildet die Neuanlage des Knicks eine wertvolle und zukunftsfähige Naturschutzmaßnahme für die Tier- und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet Sudeniederung.

*Als Knick bezeichnet man in Norddeutschland, insbesondere in Schleswig-Holstein, wallartige Baum- und Strauchhecken, die im 18. Jahrhundert als „lebende Zäune“ zwischen Feldern angelegt wurden. Ein typischer Knick bildet eine bis zu 15 Meter breite relativ dichte grüne „Wand“ aus Sträuchern und Bäumen.

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