Der Igel (Erinaceus europaeus)
Tier des Jahres 2009

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hat den Igel zum Wildtier des Jahres 2009 gekürt.
Der Igel gehört zoologisch zur Familie der Igel und zur Ordnung der Insektenfresser.

Vorkommen:
Der Igel ist bis auf den äußersten Norden und die Balearen in ganz Europa anzutreffen. Sein Verbreitungsgebiet reicht bis weit nach Asien hinein.

Lebensraum:
Waldränder, Hecken, Gebüsche, Parkanlagen, Gärten und anderes Gelände mit Büschen und Sträuchern sind das zu Hause des Igels. Das hohe Nahrungsangebot sowie die meist reich strukturierten Parks und Gärten der Stadt, befähigen ihn, auch im Siedlungsbereich des Menschen zu überleben. Der Igel wird daher auch als Kulturfolger bezeichnet.

Erscheinungsbild:
Der Igel ist der größte heimische Insektenfresser. Er wird bis zu 28 cm lang (davon 2-3 cm Schwanzlänge) und wiegt zwischen 500 bis 1100 g. Männchen sind in der Regel schwerer als Weibchen. Sein Stachelfell gibt ihm das unverwechselbare Erscheinungsbild. Ein ausgewachsener Igel besitzt bis zu 8000 Stacheln.

Der Igel
Foto: Copyright Igel-SOS Donau-Ries e.V.

Sinne:
Ein ausgezeichneter Geruchs- und Gehörsinn zeichnen den Igel aus. Er ist in der Lage, bis fast in den Ultraschallbereich Geräusche aufzunehmen. Sein Gesichtssinn (Sehvermögen) ist dagegen nur mäßig ausgebildet. Manchmal sind von ihm schnarchende Laute zu hören; in Bedrängnis kann er laut kreischen.

Lebensweise:
Igel sind nachtaktive Säugetiere, die den Tag an geschützten Örtlichkeiten verschlafen. Nur im Herbst, wenn sie sich ihr Winterfett anfressen, sind Igel auch tagsüber aktiv.
Igel bevorzugen ausschließlich tierische Kost; sie gehören damit zu den Fleischfressern (Carnivoren). Am liebsten bevorzugen sie Schnecken, Regenwürmer, Käfer, Larven, Spinnen und Insekten. Pflanzliche Nahrung nehmen Igel nur zufällig auf, etwa wenn an einer Schnecke noch etwas Salat haftet. Sie fressen kein Obst und kein Gemüse! Aus diesem Grund sollte jeder naturbewusste Gartenbesitzer seinen Garten so gestalten, dass sich der natürliche Gegenspieler von Salaträubern dort wohl fühlt.

Wenn sich der Igel im Oktober/November ausreichend Feist (Fett) angefressen hat, kriecht er in seine mit Moos, Blättern oder Heu ausgepolsterte Höhle oder oberirdisches Nest und verschläft den Winter bis zum Frühjahr (März/April). Bei milder Witterung unterbricht der Igel seinen Winterschlaf und verlässt für kurze Zeit seine Höhle.
Eine Überwinterung des Igels in menschlicher Obhut ist aus Sicht des Tier- und Artenschutzes nicht notwendig. Droht ihm auf seinen nächtlichen Streifzügen Gefahr, rollt er sich mit seiner Hautmuskelatur zu einem Stachelball zusammen. Natürliche Feinde des Igels sind Fuchs und Uhu. Der Bestand ist in den letzten zurückgegangen ist aber nicht bedroht. Hauptfeind des Igels ist der Kraftfahrzeugverkehr, der jedes Jahr 500.000 Opfer fordert.

Fortpflanzung:
Igel sind mit einem Jahr geschlechtsreif. Die Paarungszeit beginnt im Mai und dauert bis Juli. Nach einer Tragzeit von sechs bis sieben Wochen wirft das Weibchen 2-6 etwa 6,5 cm lange Junge. Entgegen gängiger Meinungen wirft das Igelweibchen nur ein Mal im Jahr. Die Jungen sind 14-18 Tage blind und werden 18-20 Tage gesäugt. Nach ca. 45 Tagen verlassen sie die Mutter und suchen sich ihr eigenes Territorium. Igel können bis 10 Jahre alt werden.

 
Literatur:

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Erlbeck; Haseder; Stinglwagner
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart
ISBN 3-440-07511-7

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