Der Elch – Tier des Jahres 2007

Der Elch ist Tier des Jahres 2007

Zum „Tier des Jahres 2007“ hat die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, die Organisation zur Erhaltung der freilebenden Tierwelt, den Elch gewählt. Sie setzt damit fort, was sie 2003 mit dem Wolf und 2005 mit dem Braunbären begonnen hatte: auf die großen Tierarten aufmerksam zu machen, die auf natürlichem Wege in ihre alte deutsche Heimat zurückkehren.

Das ist auch bei der größten Hirschart der Erde, dem Elch, der Fall. Er ist seit längerem immer wieder einmal in brandenburgischen Wäldern anzutreffen und wurde mit Einzelexemplaren sogar schon in Bayern gesichtet. In Deutschland war er nach Kriegsende mit dem Verlust Ostpreußens nicht mehr anzutreffen. Dort konnten nur wenige der zuvor 1200 Exemplare die Kriegswirren überleben. Mittlerweile hat aber die russische Verwaltung Tiere im alten Elchgebiet wiederangesiedelt.

Geschichte:
Elch, Foto: DJVDas Schicksal, ausgerottet zu werden, drohte dem „grimmen Schelch“ der Nibelungensage schon mehrfach in der Vergangenheit. So war es nach dem Siebenjährigen Krieg, als Friedrich der Große eine mehrjährige Schonzeit für die Elche Ostpreußens anordnen musste. So war es auch 1849, als nach einer kurzen Periode der allgemeinen Jagdfreiheit, durch die Revolution von 1848 ausgelöst, in Ostpreußen nur noch elf Elche gezählt wurden. Und in der Inflationszeit nach dem 1. Weltkrieg zogen Banden durch die Wälder Ostpreußens und dezimierten den Elchbestand so sehr, dass mit seinem Verschwinden gerechnet werden musste. Verringert wurde die Zahl der Elche auch durch Überschwemmungen Anfang der 30er-Jahre, wodurch achtzig Jungtiere umkamen. Daraufhin wurde die Eindeichung verbessert und zudem „Elchberge“ als Zufluchtsorte für die Tiere mit dem stärksten Geweih aller heute existierenden Hirscharten angelegt.

Lebensweise:
Der Elch ist ein meist einzeln lebendes Tier, das in lichten Wäldern mit Freiflächen wie Kahlschlägen, Flussauen und Sümpfen vorkommt. Er ernährt sich von Blättern, Trieben und Rinde vor allem von Weiden, im Winter von Zweigen und Sträuchern, auch den Nadeln von Gehölzen. Sein Geweih kann bis zu zwei Meter ausladen. Elchbullen erreichen ein Gewicht bis zu 500 kg. In Kanada wurde im Rahmen eines 10-Jahre-Programms festgestellt, dass in der Beziehung zwischen Elch und Wolf ein biologisches Gleichgewicht herrscht. Wölfe vermindern den Elchbestasnd in dem Maße, wie der natürliche Zuwachs an Jungelchen beträgt. In einer Region der zum US-Bundesstaat Michigan gehörenden Insel Isle Royale hatten die Elche alljährlich einen Nachwuchs von rund 250 Jungtieren. Nahezu die gleiche Zahl an Elchen wurden von den Wölfen gerissen, in der Mehrzahl schwächere Kälber oder ältere Tiere. Die Folge war, dass auf dieser Insel sowohl die 600 Elche als auch die 18 Wölfe im Bestand gleich blieben und miteinander leben konnten.

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