Der Dachs (Meles meles L.)

Der Dachs gehört zur Ordnung der Raubtiere (Carnivora) und zur Familie der Marder (Mustelidae).

Vorkommen:
Der Dachs bevölkert mit Ausnahme des nördlichsten Skandinaviens ganz Europa und weite Gebiete Asiens bis zum Japanischen Meer. Als Lebensraum bevorzugt er Laubmischwälder des Flach- und Hügellandes und der Voralpen. Er lebt aber nicht nur in großen, geschlossenen Waldungen, sondern auch in Parkwäldern und in Hecken. Voraussetzung für die Besiedelung sind tiefgründige, trockene und nicht zu sandige Böden, da er ein Erdhöhlenbewohner ist.

Dachs
Foto aus Jäger-Einmaleins von F.Oehsen, erschienen im Landbuch-Verlag

Erscheinungsbild:
Der Dachs ist relativ groß und von massiger Gestalt. Er kann bis zu 20 kg wiegen. Die Schwarte (Fell) ist auffällig gezeichnet. Die typische schwarzweiß-gestreifte Färbung des Schädels ist das unverkennbare Merkmal des Dachses. Kehle und Bauch sind dunkelbraun, die Beine schwarz, der Rücken grau. Durch diese „umgekehrte” Färbung verschmilzt die Gestalt bei schwachen Licht mit dem dunklen Boden oder dem Schatten des Dachses. Das Tier wird dadurch für Feinde schlecht erkennbar.

Sinne:
Das Sehvermögen von Dachsen ist sehr schlecht. Steht der Wind sehr günstig, kann es durchaus passieren, dass er einem direkt vor die Füße läuft, vorausgesetzt, man hat sich still verhalten. Das Riech- und Hörvermögen ist dafür umso besser ausgebildet.

Lebensweise:
Dachse leben als Familienverband (Sippe) in abgegrenzten Territorien. Die Grundeinheit der Sippen bilden die erwachsenen Fähen (Weibchen) und ihre Jungen. Dazu kommen eine unterschiedliche Anzahl von Rüden und heranwachsenden Jungtieren.
Sie bewohnen mehrere Baue, die aber häufig miteinander verbunden sind. Dachse halten über Generationen an ihren Bauen fest, erweitern sie und bauen sie ständig aus. Es gibt Baue, die nachweislich seit Jahrhunderten von Dachsen bewohnt werden. Daher sind sie sehr weitläufig und haben mehrere Eingängen und Kessel. Der Bau dient als Tagesunterkunft, zur Aufzucht von Jungen und zur Überwinterung, da Dachse eine Winterruhe halten.
Dachse sind nachtaktive Tiere. In der Dämmerung verlassen sie ihre Unterkünfte und machen sich auf Nahrungssuche. Der Dachs ist kein Jäger; er sucht sich seine Nahrung. Dabei ist er nicht besonders wählerisch, sondern frisst so beinahe alles, was ihm vor die Schnauze kommt – Regenwürmer, Gelege, Früchte, Insekten, Aas, Getreide, Mäuse, Wespennester etc.

Fortpflanzung:
Die Ranz oder Rollzeit des Dachses ist nicht einheitlich. Nach neueren Erkenntnissen ranzen im Hochsommer (Juni/Juli) hauptsächlich junge (1-2-jährige) Fähen, dabei werden die älteren kurz vor dem Werfen (gebären) im Frühjahr (März/April) wieder vom Rüden gedeckt. Eine je nach Zeitpunkt der Ranz unterschiedlich lange Keimruhe (Eiruhe) sorgt dafür, dass die Jungen regelmäßig im Frühjahr geworfen werden.
Die Jungen sind bei Geburt noch wenig entwickelt. Sie öffnen erst nach 3-4 Wochen ihre Augen und werden fast 2 Monate im Bau gesäugt. Erst im Juni verlassen die Jungen unter Aufsicht der Mutter zum ersten Mal den Bau. Dieser ungewöhnlich langen Aufzuchtzeit schreibt man zu, dass die Dachsmütter oft nur alle 2 Jahre trächtig wird.

 
Literatur:

Das praktische Handbuch der Jagdkunde
Fritz Nüßlein
BLV Verlagsgesellschaft mbH
ISBN 3405147891

Jäger-Einmaleins
Fritz Oehsen
Landbuch-Verlag
10. Auflage
ISBN 3 7842 0386 3

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