Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

Erscheinungsbild:
Eichhörnchen gehören zu den Nagetieren. Sie sind gekennzeichnet durch einen buschigen Schwanz, der fast so lang ist wie der Körper. Die Hinterbeine sind länger und kräftiger als die Vorderbeine. Im Winter tragen die Ohren auffällige Haarbüschel, die „Hörnchen” genannt werden. Eichhörnchen können fuchsrot bis schwarz-braun gefärbt sein. Ein Fellwechsel findet zweimal im Jahr statt.

Eichhoernchen

Zähne:
Die starken Nagezähne, die sie als Nagetier ausweist, sind kreisbogenförmig und sehr gut im Kiefer verankert. Diese Zähne wachsen zeitlebens weiter; Abnutzung und Nachwachsen ist unter normalen Bedingungen aufeinander abgestimmt. Wenn die Tiere jedoch zu weiches Futter bekommen, kann es zu Störungen kommen: die Zähne wachsen schneller nach als sie abgenutzt werden.

Lebensweise:
Eichhörnchen können aufgrund ihrer langen Finger mit den starken Krallen ausgezeichnet klettern; sie können aber auch sehr gut springen (4-5 m weit), wobei ihnen ihr buschiger Schwanz als Steuer- und Schwebehilfe dient und die Flughaut zwischen Ellbogen und Körper den Luftwiderstand erhöht.
Auf der Erde bewegt sich das Eichhörnchen hüpfend; dabei bleibt es zwischendurch häufig stehen, um zu sichern, d.h. um die Umgebung zu beobachten.

Bei den von Eichhörnchen gebauten Nestern, die auch „Kobel” genannt werden, handelt es sich um Hohlkugeln, die mit Moos, Bast, Federn und Wolle ausgepolstert werden. Manchmal nisten sie aber auch in Baumhöhlen oder Starenkästen oder dergleichen. Im Wohngebiet des Eichhörnchens sind immer mehrere Nester: ein Hauptnest, mehrere Schutzverstecke und mehrere Schlafstätten.

Eichhörnchen ernähren sich hauptsächlich von Nadelbaumsamen. Haselnüsse, Bucheckern, Baumnüsse, Knospen, Früchte, Wurzelknollen, Pilze, manchmal auch Vogeleier und Jungvögel bereichern ihre Speisekarte. Im Winter legt das Eichhörnchen Vorräte an in unterschiedlichen Verstecken, die es bei weitem nicht immer wiederfindet!

Die Sehfähigkeit von Eichhörnchen ist sehr gut. Zudem haben sie ein weites Blickfeld. Das Vorliegen von Tasthaaren nicht nur im Gesicht sondern auch an den Hand- und Fußgelenken, an den Außenseiten der Arme und an der Schwanzwurzel, ermöglicht es dem Eichhörnchen flink und ohne anzustoßen durchs Geäst zu huschen. Durch einen angeborenen Klammerreflex stürzen Eichhörnchen so gut wie nie ab.

Nur zur Paarungszeit kommen Männchen und Weibchen zusammen, den Rest des Jahres leben die Eichhörnchen als Einzelgänger. Nach einer Tragzeit von etwa 38 Tagen werden die Jungen, die nackt und blind sind, geboren. Nach 10-13 Tagen wächst ihnen der erste Flaum und nach 19 Tagen sind sie dicht behaart. Die Augen öffnen sie nach 4 Wochen. Ungefähr im Alter von 8 Wochen sind die jungen Eichhörnchen selbstständig und verlassen das Nest.

Eichhörnchen beginnen mit ihren Aktivitäten in der halben Stunde vor oder nach Sonnenaufgang. Am regsamsten sind sie am frühen Morgen und am späten Nachmittag, bei guten Wetterbedingungen auch am Mittag. Ende Herbst nimmt ihre Aktivität langsam wieder ab, und im Winter verlassen sie nur noch gegen die Tagesmitte hin ihren Kobel. Schlechtes Wetter reduziert seinen Bewegungsdrang stark.

Da Eichhörnchen stark von Ungeziefer geplagt werden, lecken und putzen sie sich häufig und sehr intensiv. Feuchtes Moos benutzen sie gelegentlich als „Badewanne”. Eichhörnchen sind sehr gelehrige Tiere.

Der Hauptfeind der Eichhörnchen sind der Baummarder, der Habicht und andere Greifvögel.

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