Wilderei bedroht Luchsvorkommen

Luchs, Foto: Norbert Wimmer; Quelle:idwStudie untersucht Verbreitung von Luchsen in Ostbayern

Europas größte Raubkatze ist wieder im deutsch-tschechischen Grenzgebiet beheimatet. Allerdings leben die Luchse fast ausschließlich in den zwei benachbarten Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava (Tschechien). Wissenschaftler haben untersucht, warum sich die Tiere nicht in anderen Regionen ansiedeln. Ihr Fazit: Offenbar verhindern illegale Abschüsse die weitere Ausbreitung der geschützten Art. Ihre Studie stellten die Forscher kürzlich im Fachmagazin Biological Conservation vor.

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Der Luchs (Lynx lynx)

Wildtier des Jahres 2011
Der in Deutschland heimische Eurasische Luchs gehört in die Ordnung der Raubtiere (carnivora) und in die Familie der Katzen (Felidae).

Vorkommen:
Der Luchs bewohnt alle Arten von Waldgebieten, sowohl in Hochgebirgen wie den Alpen als auch im Flachland. Generell hält er sich von Freiräumen, die weit ab von Waldrändern liegen, fern. Lediglich in den zentralasiatischen Wüstengebieten und in der Tundra bewohnt er auch unbewaldete Flächen. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich in einem breiten Streifen von den Pyrenäen bis nach Sibirien und China. In West- und Mitteleuropa war er fast vollständig verschwunden, seit einigen Jahren ist er jedoch wieder häufiger anzutreffen. In Deutschland gibt es ihn inzwischen wieder im Bayerischen, Pfälzer und Schwarzwald, sowie im Alpenbereich und im Harz.

Sinne:
Das wichtigste Sinnesorgan des Luchses sind die Augen, die bei Dunkelheit eine Lichtempfindlichkeit haben, die sechsmal so stark ist wie die des Menschen. Das Gehör ist ebenfalls sehr scharf.

Erscheinungsbild:
Äußerlich ähnelt der Luchs der Hauskatze, ist allerdings wesentlich größer (Schulterhöhe bis zu 55 cm) und hat höhere Beine. Am markantesten sind seine Pinselohren und der ausgeprägte Backenbart. Sein Fell hat eine rötlich-braune bis grau-beige Farbe und dunkle Flecken.

Lebensweise:
Der Luchs ist ein Einzelgänger und besitzt ein Revier von je nach Beschaffenheit des Geländes 100 bis 300 Quadratkilometern. Die Reviere von Männchen und Weibchen überlagern sich dabei häufig. Er ernährt sich von kleinen bis mittelgroßen Säugern, hauptsächlich jedoch von Huftieren (Gämse, kleine Rehe) in der gleichen Größen- und Gewichtsklasse wie er selbst. Er jagt in Dämmerungs- und Nachtzeiten. Mit einem plötzlichen Angriff nutzt er die Überraschung des Beutetieres, welches meist durch ungeschicktes Verhalten zum Opfer wurde, aus und tötet es durch einen Biss in die Kehle. Von ihm kann er sich bis zu einer Woche ernähren.

Fortpflanzung:
Die Ranzzeit des Luchses liegt im März und Anfang April. Fähe (Weibchen) und Rüde (Männchen) bleiben mehrere Tage zusammen um die Paarung zu vollziehen. Die Tragzeit beträgt etwa 70 Tage, der Wurf besteht aus einem bis vier Jungtieren, von denen in der Regel zwei überleben. Die Jungtiere bleiben bis zur nächsten Ranzzeit bei ihrer Mutter, dann wandern sie ab und suchen sich ein eigenes Revier.

Autor:
Stefan Härtel

 
Literatur:

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Reinhold Erlbeck
Ilse E. Haseder
Gerhard K.F. Stinglwagner
Kosmos Verlag Stuttgart, 1998
ISBN 3-440-07511-7

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