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Unterschiede zwischen Laubbaum und Nadelbaum

Laub- und Nadelbaumarten weisen unterschiedliche Merkmale auf.

Laubbaum:
Zu den Laubbäumen gehören über 60 verschiedene Familien der Bedecktsamer (Angiospermen). Bedecktsamer sind Pflanzen, bei denen die Samenanlagen immer im Fruchtkonten eingeschlossen sind. Nach der Bestäubung wandelt sich der Fruchtknoten im Zuge der sog. Samenreife zur Frucht um.
Mit Ausnahme einiger weniger Gruppen (z.B. Palmen) zählen alle Laubbäume zu den Dikotylen und haben zwei Keimblätter.
Die Samen der Laubbäume sind in der Frucht eingeschlossen. Ihre vielgestaltigen Blätter besitzen im Gegenzug zu denen der Nadelbäume eine breitflächige Blattspreite. Es gibt immergrüne (z.B. Stechpalme) oder, wie in unserem Breiten typisch sommergrüne Laubbäume.

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Douglasie (Pseudotsuga menziesii Franco)

Auch bekannt als Douglasfichte oder Douglastanne.
Die sieben Arten umfassende Gattung (Pseudotsuga) der Nadelhölzer gehört zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae).

Verbreitung:
Die ursprüngliche Heimat der Douglasie sind die küstennahen Gebirge Nordamerikas (Kanada/USA).
Nachdem sie 1827 von David Douglas nach England gebracht wurden, verbreiteten sie sich auch rasch auf dem europäischen Kontinent. In Europa wird die Douglasie häufig in Parkanlagen gepflanzt und auch forstlich an Standorten kultiviert, die für Fichte und Kiefer zu trocken bzw. zu nass sind.

    Unterscheidungsmerkmal:
    Zerreiben Sie die Nadeln der Douglasie zwischen den Fingern, sie duften fruchtig-harzig nach Zitronen!

    Artenmerkmale:

  • Höhe: 50-60 m, in Nordamerika fast doppelt so hoch!
  • Durchmesser: bis zu 2 m, in Europa wird 1 m aber kaum überschritten
  • Alter: Gebirgsdouglasie ca. 500 Jahre, Küstendouglasie bis 700 Jahre
  • Kronenform: In der Jugend trägt sie eine kegelförmige Krone, die im Alter immer breiter und flacher wird.

Blätter:
Die Douglasie gehört zu den immergrünen Nadelbäumen, die Nadeln sind dicht geschraubt und 2-3 cm lang. Sie sind flach, weich, biegsam, unregelmäßig oder deutlich gescheitelt und mittel- bis dunkelgrün oder blaugrün. Die zerriebenen Nadeln duften fruchtig-harzig nach Orangen.

Blüte:
Die Douglasie wird im Freistand mit 15-20 Jahren, im Bestand mit 30-40 Jahren mannbar. Sie trägt dann alle 4-6 Jahre reichlich Samen.
Im April/Mai erfolgt die Blüte. Da die Douglasie „einhäusig“ ist blühen männliche und weibliche Blüten am selben Baum.
Die zierlichen männlichen Blüten sind zu Zapfen zusammengefasst, die zu mehreren am Ende der vorjährigen Zweige wachsen. Die Knospen sind rötlich, aufgeblüht gelb und etwa 1-1,5 cm lang, länglich eiförmig sowie nach unten gerichtet.
Die weiblichen Blüten befinden sich einzeln am Ende der vorjährigen Zweige, sind 1,5-2 cm lang, gelbgrün, eiförmig, mit rötlich weißen Schuppen.
Die Douglasie ist windblütig, d.h. der Samen wird durch den Wind zu den weiblichen Blüten getragen.

Frucht:
Die Zapfen weisen eine Länge von 4 bis 10 cm und einen Durchmesser von 3 bis 3,5 cm auf. Zur Reifezeit im September hängen sie und fallen als Ganzes ab, wie bei der Fichte. Die Deckschuppen ragen weit über die Samenschuppen hinaus und sind an der Spitze dreizipfelig.

Wurzel:
Die Douglasie bildet ein so genanntes Herzwurzelsystem aus.

Rinde:
In der Jugend ist sie grau-grün bis dunkelgrau, ziemlich glatt, mit vielen waagerecht verlaufenden Harzbeulen. Bei älteren Bäumen wird die Rinde zu einer grob rissigen, gefurchten, korkartigen dunkel- bis schwarzbraunen Borke, mit vielen helleren Rissen.

Standortansprüche:
Die Douglasie ist ziemlich anspruchslos. Am besten gedeiht sie auf frischen, nährstoffreichen, lehmigen Böden. Sie bevorzugt regenreiche, luftfeuchte Klimalagen.

Waldbauliche Eigenschaften:
Im Forstbetrieb spielt die Douglasie wegen ihrer guten Holzeigenschaften und ihrer Schnellwüchsigkeit eine immer größere Rolle. Sie wird meist in kleinen Beständen rein angepflanzt, da sie in ihrer Jugend sehr schnell wächst und so mit anderen Bäumen unverträglich ist. Die Umtriebszeit (Dauer bis zur Fällung) beträgt ca. 80 Jahre, wenn Starkholz produziert werden soll sogar 120-140 Jahre.

Holzeigenschaften:

Das Holz ist fest, weich, widerstandsfähig, witterungsbeständig trocknet langsam und schwindet/arbeitet nur wenig. Es hat einen hellbraunen Splint und einen rötlichen bis rotbraunen nachdunkelnden Kern. Es wird u.a. verwendet für Eisenbahnschwellen, Hopfenstangen, Pfosten, Fässer und Türen. Abfallholz wird zu Papier und Pappe verwertet sowie zur Terpentingewinnung.
Douglasien finden auch als Weihnachtsbäume Verwendung.

Literatur:
Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Erlbeck; Haseder; Stinglwagner
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart
ISBN 3-440-07511-7

Die Fichte (Picea abies L.)

Verbreitung:
Das natürliche Verbreitungsgebiet besteht aus drei Teilarealen:

  • Nordisch-baltisches Tieflandvorkommen:

Vorkommen: Nordskandinavien bis Südnorwegen. Die Verbreitungsgrenze der Fichte liegt in Nordskandinavien bei 100-200 m und steigt in Südnorwegen auf 400 m.

  • Herzynisch-karpatisches Berglandvorkommen: Montane (450-600m) bis subalpine Höhenlage

Vorkommen: Karpaten, Tatra, Herzynisches Mittelgebirge, Böhmerwald, Bayerischer Wald. Die Verbreitungsgrenze liegt im Harz unter 1000 m, im Bayerischen Wald unter 1450 m und steigt in den Ostkarpaten auf 1770 m.

  • Alpin-südosteuropäisches Gebirgsvorkommen:

Vorkommen: Alpen, Schwarzwald, Vogesen, Schweizer/Französische Jura. Die Verbreitungsgrenze liegt in den Nord- bzw. Südalpen bei 1700-1800 m und den Zentralalpen bei 2100 m. Im Flachland findet man verschiedene natürliche Verbreitungsgrenzen.

Artenmerkmale:

  • Höhe: bis 50 m (selten 70 m)
  • Durchmesser: bis 150 cm
  • Alter: bis 600 Jahre

Kronenform:
Hinsichtlich der Kronenausbildung haben sich je nach geographischer Lage verschiedene Formen ausgebildet, z.B.: Kammfichte: breitkronig, raschwüchsig (schneebruchgefährdet, d.h. in schneearmen Lagen) – Plattenfichte: Krone schmal, viele waagerechte Äste, Benadelung dicht, Nadeln kurz (kaum Windbruch- oder Schneebruchgefährdung, Hochgebirge und nördliche Verbreitungszone).

Blätter:
Die so genannten Nadeln sind etwa 1 bis 2,5 cm lang und ca. 2 mm breit. Sie sind sehr spitz, kantig, häufig säbelförmig gekrümmt und sitzen einzeln auf kleinen braunen Blattkissen ( Die Nadeln von Tanne/Eibe/Douglasie sind durchgehend grün). Die Nadeln sind dunkelgrün und weisen beidseitig schwache weiße Linien (Spaltöffnungslinien) auf. Die Lebensdauer der Nadeln beträgt normalerweise 6 Jahre.

Blüten:
Im Bestand wird die Fichte mit etwa 50 bis 60 Jahren, im Freistand mit 30 bis 50 Jahren mannbar. Die Blütezeit ist im April/Mai. Die Blüten sind eingeschlechtig und einhäusig; sie befinden sich an den vorjährigen Trieben im oberen Wipfelbereich. Die männlichen Blüten sind ca. 25 cm lange, rotgelbe Kätzchen, die aufrecht auf den Zweigen sitzen. Die weiblichen Blüten stehen in zuerst aufrechten, purpurroten, 2 bis 4 cm langen Zapfen, die sich nach der Befruchtung abwärts neigen.

Früchte:
Die Zapfen reifen im Oktober/November, sind braun, zylindrisch, etwa 10 bis 16 cm lang und geöffnet ca. 3 bis 5 cm breit. Die Zapfenschuppen haben glatte Ränder, nur am oberen Rand sind sie meist gezähnt. Im Spätwinter bzw. Frühjahr öffnen sich die Zapfen und die Samen fallen heraus. Danach fallen die Zapfen ab. Die Zapfen stellen eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene Kleinsäuger (Eichhörnchen, Mäuse) und Vögel (Fichtenkreuzschnabel) dar.

Rinde:
Die Borke ist anfangs glatt und rötlichbraun (daher auch der Name Rottanne), wird aber mit zunehmendem Alter graubraun mit rundlichen, am Rand sich aufbiegenden Schuppen.

Wurzelsystem:
Auf gut durchlüfteten Böden bildet die Fichte ein stabiles Senkerwurzelsystem aus, welches bis zu 2 m tief in den Boden einzudringen vermag. Auf sehr feuchten oder nassen Böden (schlechte Durchlüftung) wurzelt sie nur 20 bis 30 cm tief und entwickelt die sog. Tellerwurzel. Dieses Wurzelsystem gibt dem Baum nur sehr wenig Halt, so dass die Fichte auf diesen Standorten stark windwurfgefährdet ist.

Standortansprüche:
Die Fichte stellt nur hinsichtlich der Wasserversorgung hohe Anforderungen. Die Böden müssen aber gleichzeitig noch gut durchlüftet bleiben. Der Standortkundler bezeichnet diese Böden als frisch bis mäßig frisch, d.h. ganzjährig (mit Ausnahme sehr heißer Sommermonate) ist eine gute bis ausreichende Wasserversorgung gewährleistet. Bezüglich der Nährstoffansprüche ist die Fichte eher anspruchslos.
Klimatisch bevorzugt die Fichte winterkaltes Kontinental- und Gebirgsklima.

Waldbauliche Eigenschaften:
Die Fichte ist eine der wichtigsten Baumarten für die Forstwirtschaft; nicht umsonst wird sie auch als Brotbaum bezeichnet. Als schattenertragende Baumart läßt sie sich gut mit anderen Arten mischen. Reinkulturen werden heute nur noch selten gepflanzt, da sie gegenüber biotischen (Borkenkäfer) und abiotischen Faktoren (Sturm) zu anfällig sind. Auch die sehr schlecht zersetzbare Streu, die die Bodenversauerung verstärkt, sowie die Förderung von schlechten Humusformen (Rohhumus) sprechen gegen Reinkulturen. Gängige Mischbaumarten sind z.B. Buche, Bergahorn, Tanne. Das Nutzungsalter der Fichte wird mit ca. 100 Jahren bei einem BHD (Brust-Höhen-Durchmesser) > 45 cm erreicht.

Holzeigenschaften:
Das Holz der Fichte ist sehr hell, weißlich, ohne Kernverfärbung, leicht, weich, harzreich und tragfest. Es ist nur sehr bedingt witterungsbeständig und daher für den Außenbereich ungeeignet. Es ist gut bearbeitbar und wird als Bauholz, als Balken und Latten für Dächer, Fenster, für Täfelungen, Fußböden und Zäune verwendet. Auch Spielzeug, Möbel und Verpackungsmaterialien werden daraus hergestellt. Darüber hinaus ist Fichtenholz ein wichtiges Produkt für die Papierherstellung. Im Hochgebirge kommt es bei einigen Fichten zu Unregelmäßigkeiten im Faserverlauf des Holzes, dem sog. Wimmerwuchs. Dieses Holz ist für den Bau von Musikinstrumenten sehr begehrt.

Literatur:

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
Erlbeck; Haseder; Stinglwagner
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart
ISBN 3-440-07511-7

BLV Bestimmungsbuch
Bäume und Sträucher

Ulrich Hecker
BLV Verlagsgesellschaft mbh
München Wien Zürich 1995

Weißtanne (Abies alba)

Auch bekannt als Edeltanne, Tanne, Silber-, Schwarzwaldtanne

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