Bundeswaldinventur – Baumartenverteilung – Wald-
fläche nach Bundesländern

Ergebnisse der 2. Bundeswaldinventur
Deutschlands Wälder wachsen jährlich um rund 10.000 Hektar

Die 2. Bundeswaldinventur, die zwischen 2001 und 2002 durchgeführt wurde, versorgte das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft erstmals seit der Wiedervereinigung mit zuverlässigen und vollständigen Daten über den Waldbestand der Bundesrepublik Deutschland. Diese Daten und Fakten sind notwendig, um erfolgreich nachhaltige Forstwirtschaft und Umweltpolitik zu betreiben.

Bislang standen nur die Daten der 1. Bundeswaldinventur von 1987, die aufgrund der Wiedervereinigung veraltet waren, sowie Daten aus der DDR, die wegen eines anderen Inventurverfahrens mit denen der BRD unvereinbar waren, zur Verfügung. Mit der 2. Bundeswaldinventur gibt es nun aktuelle Daten für ganz Deutschland, sowie erstmals für die Veränderung des Waldbestandes in den alten Bundesländern.

Gesamtverteilung der Waldfläche:
Die Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland enthält 11,1 Mio. Hektar Wald (das entspricht grob einem Drittel des Gesamtgebietes). 29 % der Waldfläche befinden sich im Besitz der Länder (Staatswälder), wohingegen 44 % Privateigentum sind. Der Bund besitzt ca. 409 000 ha Wald (entspricht 4 %), die zumeist aus Flächen entlang Bundeswasserstraßen und Autobahnen o. militärisch genutzte Flächen sind. Daneben gibt es noch die Formen des Körperschaftswaldes (20 %) und des Treuhandwaldes (4 %).

Verbreitung der Baumarten
Die am weitesten verbreiteten Baumarten der deutschen Wälder sind Fichte (28,2 % des Gesamtbestandes), Kiefer (23,3 %), Buche (14,8 %) und Eiche (9,6 %). Die Bundesrepublik ist natürliches Heimatgebiet von Laubwäldern, allerdings besteht der größte Teil (58,1 %) des Baumbestandes aus wirtschaftlichen Gründen aus Nadelbäumen.

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Geschützte Biotope:
545 606 ha des begehbaren Waldes sind besonders geschützte Biotope; dabei wird in Bruch-, Sumpf-, und Auenwälder (291 574 ha), Wälder trockenwarmer Standorte (25 233 ha) und sonstige geschützte Waldbiotope (228 799 ha) unterschieden. Totholz, welches eine wichtige Rolle im Ökosystem als Biotop für Tier-, Pflanzen- und Pilzarten spielt, nimmt 11,5 Kubikmeter pro Hektar Wald ein.

Zunahme der Waldfläche:
Seit der ersten Bundeswaldinventur von 1987 hat die Waldfläche in den alten Bundesländern um 54 000 ha (0,7 %) zugenommen. Dabei stieg der Anteil von Laubbäumen um 4,8 % , während der Anteil an Nadelbäumen um 4,8 % abgenommen hat. (Der Anteil der Tanne und der Douglasie hat sich jedoch um 0,1 % bzw. 0,5 % erhöht).

Ebenfalls zugenommen hat die Holznutzung in der BRD. Seit 1987 ist die Nutzung in den alten Bundesländern auf 49 674 000 m3/a gestiegen. Damit ist die Nutzung der Holzvorräte wesentlich geringer als der Zuwachs (der Zuwachs übertraf die Nutzung um 39 %). Dies wirkt sich vor allem auf die Laubbäume und Douglasien aus, da Fichte und Kiefer nach wie vor die am häufigsten verarbeiteten Baumarten sind. Der Bestand der Douglasie hat sich in den alten Bundesländern seit 1987 um durchschnittlich 19,1m3/ha*a vergrößert.

Verteilung einzelner Waldflächen:
In den einzelnen Gebieten der Bundesrepublik ist die Waldverteilung äußerst unterschiedlich. So bestehen große Teile der Waldfläche der nördlichen Bundesländer (Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern) aus kleinen, zerstreuten Privatwäldern, während im Süden und Westen große, zusammenhängende Waldflächen existieren (insbesondere in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem südlichen Nordrhein-Westfalen).
Waldfächenverteilung in Deutschland nach Bundesländern
Brandenburg, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sind großzügig mit Waldflächen bedeckt, während andere Bundesländer, vor allem in der ehemaligen DDR an vielen Stellen vollkommen entwaldet sind. Den größten Anteil an der Gesamtfläche des Waldes in der BRD hat Bayern mit 2 558 461 ha, die größte Walddichte hat Rheinland-Pfalz (42,1%).

Diese Tatsachen sind Folge der historischen Entwicklung, die in den unterschiedlichen Gebieten der Bundesrepublik (vor allem im Kontrast Nord- und Mitteldeutschland sowie ehemaliges West- und Ostdeutschland) sehr unterschiedlich verlief. Natürlich hängt die Verteilung der Waldgebiete auch von der Ausdehnung der Siedlungsgebiete ab. So gibt es in großen, dicht besiedelten Gebieten (z.B. Ruhrgebiet, Berlin, Hamburg, München) vergleichsweise wenig bzw. (besonders im Osten Deutschlands) gar keinen Wald, während anderswo, in relativ unbesiedelten Gebieten, große zusammenhängende Wälder anzutreffen sind (z.B. Schwarzwald, Bayerischer Wald, Eifel).

Autor: Stefan Härtel

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