Braunbär (Ursus arctos)

Tier des Jahres 2005

Braunbären sind nahezu auf der ganzen Nordhalbkugel verbreitet – das letzte deutsche Exemplar wurde allerdings schon 1835 bei Ruhpolding (Bayern) erlegt (bzw. 2006 Bär „Bruno” ebenfalls in Bayern). In Deutschland gibt es heute also keine Braunbären. Das könnte sich aber schon in naher Zukunft ändern, denn in der Schweiz und in Österreich ist der Braunbär dank erfolgreicher Auswilderungsprojekte schon wieder heimisch.

Ursprünglich auch in Deutschland weit verbreitet, ging es den deutschen Braunbären seit dem Mittelalter an den Kragen. Er wurde gejagt, und sein Lebensraum wurde nach und nach dezimiert. Früher hatte der Bär auch kultische Bedeutung: als „Herr des Waldes” und „Urahn des Menschen” wurde er bezeichnet, als Gottheit der mütterlichen Fürsorge (griech. Bärengöttin Artemis), sowie als Sternbild (gr. und kl. Bär) am Himmel gesehen. Auch heute noch ist der Bär als Wappentier weit verbreitet, und er lebt in den Namen von Städten wie Bern oder Berlin weiter.

Vorkommen:
Braunbären gibt es in Nordamerika, Asien und Europa. Der europäische Braunbär kommt vor allem in den Alpen, den Pyrenäen, in Ost- und Südeuropa sowie in Skandinavien vor, die größten Bestände befinden sich in Rumänien (Rund 4500 Tiere). Dadurch, dass die Bestände auf der Welt räumlich getrennt sind, konnten sich verschiedene Unterarten entwickeln: z.B. der Grizzly-Bär in Nordamerika oder der Kodiak-Bär in Alaska.

Erscheinungsbild:
Braunbären haben einen kompakten, gedrungenen Körperbau. Sie können 2-3 m groß werden, und zwischen 150-600 kg wiegen. Ihr Fellfarbe reicht von allen Brauntönen über grau bis fast schwarz. Der Europäische Braunbär ist mittelbraun. Er ist im Gegensatz zum amerikanischen eher klein. Er wiegt nur bis zu 250 kg und ist bis zu 2 m lang. In den Alpen sind die Bären am kleinsten.

Sinne:
Der Geruchssinn der Bären ist besonders ausgeprägt.

Lebensweise und Fortpflanzung:
Bären sind von Natur aus Einzelgänger und bewohnen ein festes Territorium. Nur zur Paarung finden sie zusammen. Sie bewohnen großflächige Wälder, meist in bergigen Regionen. Bären sind Allesfresser. Ihr Speiseplan reicht von verschiedenen Pflanzen und Wurzeln, über kleinere Tiere und Fisch bis hin zu „Süßigkeiten” wie Honig und Beeren.
Für die Wintermonate fressen sie sich eine Speckschicht an und halten dann für mehrere Monate Winterruhe. Dazu ziehen sie sich in Fels- oder Erdhöhlen zurück.
Während der Winterruhe kommen im Dezember/Januar auch die Jungen zur Welt. Zwei bis drei Bären umfasst ein Wurf, der dann ca. 2 Jahre bei der Mutter bleibt. Mit drei bis vier Jahren sind die Bären geschlechtsreif. Alle 2-4 Jahre bringt ein Weibchen Junge zur Welt. Die Paarungszeit erstreckt sich von Mai bis Juli.
Die Lebenserwartung eines Braunbären beträgt zwischen 20 und 30 Jahren. In Gefangenschaft können sie deutlich älter werden.

 
Literatur:

Das praktische Handbuch der Jagdkunde
Fritz Nüßlein
BLV Verlagsgesellschaft mbH
ISBN 3405147891

Jäger-Einmaleins
Fritz Oehsen
Landbuch-Verlag
10. Auflage
ISBN 3 7842 0386 3

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