Ausstellung “Waldeslust”

Waldeslust- Im UNESCO Jahr der Wälder zeigt die Kunsthalle whiteBOX die Ausstellung „Waldeslust“ vom 2.10.-30.1.2011

Wie der augenzwinkernd deutschtümelnd klingende Ausstellungstitel schon vermuten lässt, umkreist die Ausstellung das Thema WALD mit sehr verschiedenen ausgewählten Positionen aktueller Kunst aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Installation, Interaktive Computeranimation.

Zunehmend wenden sich Künstler diese Tage wieder Bereichen zu, die regionale Bezüge erkennen lassen oder sich mit Traditionen auseinandersetzen, die zeitlich und inhaltlich vor einer Internationalisierung oder Globalisierung der Kunst anzusiedeln sind.
Ohne auf einen angesagten Look oder hippe Strömungen des Kunstmarktes zu achten geht es um das „Eigentliche“ – persönliche Erfahrungen, Ursprüngliches. In aktueller Malerei wie auch in der Photographie ist die Landschaft ein für junge Künstler wichtiges Sujet, die Romantik wieder ein Thema der aktuellen philosophischen Diskussion

Wald der Märchen unserer Kindheit, die den Wald als Ort vieler Gefahren aber auch als Fluchtort zeigen; Ort des Spiels und der Sehnsucht nach Ruhe und unmittelbarer Erfahrungen mit der Natur – Wald als malerisches Motiv, das den Bildraum behandelt, das Eintreten in eine andere (Bild)welt.

Die Künstler
Für die Malerin Sabine Berr ist Wald seit Jahren ein wichtiges Motiv. Es entstehen in sparsamer Farbigkeit und zurückhaltender, zeichenhafter Weise kleinformatige Arbeiten, die in Serien wie „bin im Wald“ eine Art skizzenhaftes Tagebuch ergeben.

Barbara Herolds interaktive Computeranimation „Linde“ nähert sich spielerisch dem Wesen des Baumes an: Beim Durchschreiten einer Lichtschranke wird die auf einer Projektionsfläche erscheinende comuteranimierte Linde dazu veranlasst, ihre Blätter abzuwerfen.

Christoph Marek, passionierter Kletterer und Wanderer portraitiert in Serien markante Felswände, die er selbst erklommen hat. Mit reduzierten malerischen Mitteln hält er die charakteristische Oberflächenbeschaffenheit und ihre farbige Eigenart fest. In der hier gezeigten Serie „Deutscher Wald“ dienen ihm Camouflagemuster verschiedener deutscher Infanteriebattaillione als malerische Vorlage, die allesamt nach deutschen Wäldern benannt sind. Signifikant versieht der Maler die Bilder in Schablonenschrift mit diesen Namen .

Jozef Melichercik malerische Bildsprache ist vielfältig:
Zeichnerische Umrisse und Abdrücke, freie malerische Flächen, Vorlagen aus Fotos, Architekturfragmente, ornamental gruppierte Elemente, kombiniert er in seinen Ölbildern zu einer komplexen Gesamtheit. Gerne nimmt er ironischen Bezug auf Klischees und heroische Posen. Durch ihre Einbindung in ein malerisches Gesamtgeflecht oszillieren die Bilder zwischen einerseits subtilen Anspielungen auf Pathos und Kitsch und andererseits etwas Vertrautem, Liebenswerten. So schweben die Hirschköpfe zwischen dem mitleiderregenden Abbild des Jagdopfers und der Anmutung einer wohnzimmerfähigen Tapete.

Jennifer Scales hält in Ihren Fotos Momente der Bewegung fest. Durch einen gezielten Schwenk der Kamera erscheint uns der Wald als würden wir ihn gerade durchlaufen.

Die Waldbilder des junge Malers Dominik Schuberth, der erst letztes Jahr sein Diplom bei Prof. Anke Doberauer an der Akademie der Bildenden Künste in München absolvierte, faszinieren durch ihre delikate, gegenständliche Malweise. Malerisch überhöht wird der Wald zur Erscheinung mit einer sehr spezifischen Aura/ Atmosphäre.

Katrin Siebeck arbeitet vorwiegend mit industriellen Materialien, in Kombination mit populärkulturellem Schutt unserer modernen Zivilisation. In Ihren Objekten wird der
immaterielle Wert des poetischen Ausdrucks hervorgehoben.
Schwarze Nylonstrümpfe werden zu einem dunklen Wald, aus Müll gebaute Biotope entfalten ihr erzählerisches Eigenleben. Nicht ohne Ironie werden neue Verbindungen und Inhalte geschaffen.
Wie in Märchen oder Mythen beginnt die Grenze zwischen Belebtem und Unbelebtem zu verblassen.
Unsere durchtechnisierte Welt wird wieder zu einem geheimnisvollen Ort.
Der Wald in seiner symbolischen Bedeutung spiegelt andererseits einen inneren Zustand. Die Dunkelheit wirkt geheimnissvoll, aber auch bedrohlich, wodurch ein aktueller Bezug zu unserer Gegenwart entsteht.

Gotlind Timmermanns lässt die Bilder aus der Farbe wachsen.
Die Farbe wird mit verschiedenen Techniken aufgetragen – gespachtelt, gekippt oder laufen gelassen. Schicht um Schicht bauen sich die Bilder aus dem Material auf und durch die unzähligen, transparenten Lagen ergeben sich überraschende, spannungsreiche Farbklänge. Die Bilder sind als abstrakt zu lesen, bauen eine atmosphärische Stimmung auf und erlauben gleichzeitig Erinnerungen an Landschaften, Wasserspiegelungen, Stämme oder Wald. Verwebungen von senkrechten und waagrechten Strukturen schaffen einen Bildraum, der an Wald erinnert. Verzweigungen der fließenden Farbe ergeben einen Zweig, rhythmische Abfolgen lassen das Gefühl einer Bewegung durch den Bildraum entstehen.
Simultan sprechen die Bilder so eine abstrakte und metaphorische Sprache.

Dan Trantina, aus Prag, der sich seit einiger Zeit zu einem Arbeitsaufenthalt in die tiefen Wälder Tschechiens zurückgezogen hat, verarbeitet eigene Begegnungen und Erlebnisse, nächtliche Stimmungen in der Natur auf urtümliche Weise mit einer Mischung aus Malerei und Installation in seinen Werken.

Barbara Trommeter und Georg Szabo arbeiten seit langen Jahren als Künstlerpaar Trommeter-Szabo in den Bereichen Fotografie und Installation zusammen. In »Black Project No. 02 (Harrisburg)« machen sie die uns vertrauten Waldbewohner Ameise.zu Protagonisten . ihrer Installation .
Sie gruppieren aufblasbare schwarze Ameisen zu einer Formation, wie sie in der Natur nicht vorkommt: einem Ameisenhaus. Die skulpturale Präsenz im Raum irritiert und bringt dem Betrachter das den Tieren eigene, für uns jedoch nicht zugängliche, Mitteilungssystem von Ameisen zu Bewusstsein.

Jessica Zaydan, Studentin der Fotoklasse Prof. Rehm hält in ihrer Fotoserie El Cedro die Atmosphäre des Urwaldes auf La Gomera fest, der zum UNESCO Welt Naturerbe gehört.

Emil Zschimmer, 1842-1917, einem Vertreter der “Weimarer Malerschule”, einer realistischen Strömung der Freiluft-Landschaftsmalerei, die sich an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar (1860-1919) ausprägte, einen Bogen zwischen der französischen Schule von Barbizon zum deutscehn Realismus spannt und folgend auch großen Einfluss auf die frühe Landschaftsfotografie hatte. Wir zeigen hier zwei Leihgaben aus Privatbesitz, die den sehr persönlichen Bezug des Malers zum Wald zeigt. Ein „Familienspaziergang im Wald“ und „Gefällte Riesen“- ein Bild des noch jungen Malers mit den frisch geschlagenen Bäumen des Waldes im väterlichen Besitz.

Ergänzt wird die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Goethezeitportal
durch eine Sammlung von Postkarten und Buchillustration zum Thema Märchen und Mythen, deren Schauplatz der Wald ist, wie beispielsweise Rotkäppchen, „Brüderchen.und Schwesterchen“.

Kontakt & Workshop
Zusätzlich bieten wir einen Workshop „Tiere des Waldes Zeichnen“ an, zu dem uns das Deutsche Jagd-und Fischereimuseum Präparierte Tiere wie Wildschwein, Hirsch, Fuchs und Marder zur Verfügung stellt.
Öffnungszeiten: Do- Fr 17.00-21.00, Sa-So 15.00-20.00

Kunsthalle whiteBOX
Grafinger Str 6 München (Ostbahnhof) www.whitebox-ev.de

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS  Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Sorry, the comment form is closed at this time.

rssRSS
Powered by WordPress