Anbau von nichtheimischen Bäumen in NRW

Mammutbäume - Option für deutsche Wälder? Foto: ASCHEWALD, Quelle: FNRDas Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau sachlich und vorurteilsfrei prüfen

Der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und der Landesverband Lippe etablieren in einem dreijährigen Projekt Versuchsflächen mit verschiedenen nichtheimischen Baumarten, die dann langfristig auf ihre Wuchsdynamik, waldbauliche Eignung, Integrierbarkeit in herkömmliche Ernteverfahren, erreichbare Holzqualitäten und ihr mögliches invasives Potenzial untersucht werden sollen. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe unterstützt.

Holzversorgung sicherstellen
„Ein von Forstwirtschaft und Naturschutz getragener Konsens darüber, welche nichtheimischen Baumarten sich für den Anbau im Wald eignen, ist wichtig. Nur so können wir vitale und produktive Wälder erhalten und die Bioökonomie umsetzen, ohne die Biodiversität zu gefährden“, erklärte Andreas Schütte, Geschäftsführer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).
„Wir wollen mit unserem Projekt an Anbauversuche anknüpfen, die schon seit mehr als 100 Jahren in Deutschland durchgeführt werden und so mithelfen, Fakten in die Debatte einzubringen. Dazu wollen wir neben den wirtschaftlich relevanten Informationen auch solche zu den Auswirkungen auf die Waldökosysteme sammeln“, erklärte Susanne Hoffmann, stellvertretende Leiterin der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe. „Schon heute kann Deutschland seinen Holzbedarf nicht mehr durch die aktuelle Nutzung in heimischen Wäldern decken – nicht weil wir insgesamt zu wenig Holz hätten, sondern weil die verschiedenen Waldeigentümer nur einen Teil des jährlichen Holzzuwachses ernten und verkaufen. Am Holzmarkt besonders gefragt ist Nadelholz. Um diese Nachfrage auch in Zukunft decken zu können, ist es sinnvoll, Alternativen zu den heimischen Nadelbaumarten in unsere Wälder zu integrieren“, ergänzte Dr. Norbert Asche vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Koordinator des Gesamtprojektes.

7 neue Nadel- und Laubbaumarten auf 26 Hektar
In dem jetzt beginnenden Vorhaben sollen auf den insgesamt über 26 Hektar großen Versuchsflächen im Sauerland und im Lipper Bergland insgesamt sieben Nadel- und vier Laubbaumarten möglichst in Mischung mit der heimischen Rotbuche angebaut werden: Atlaszeder (Cedrus atlantica), Küstentanne (Abies grandis), Araukarie (Araucaria araucana), Westliche Hemlocktanne (Tsuga heterophylla), Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), Gebirgsmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), Baumhasel (Corylus colurna), Edelkastanie (Castanea sativa), Orientbuche (Fagus orientalis), Platane (Platanus orientalis) und Sicheltanne (Cryptomeria japonica). Alle diese Arten wachsen hierzulande bislang nur in geringem Umfang und teils auch nur als Straßen- und Parkbäume, produzieren aber in ihrer Heimat in mit Deutschland vergleichbaren Klimazonen ein hochwertiges und in der Industrie nachgefragtes Holz.

In der dreijährigen Projektlaufzeit stehen die Etablierung der Versuchsflächen und die Dokumentation des Anwuchsverhaltens und eventueller Schädigungen auf der Agenda. Außerdem wollen die Wissenschaftler ein Untersuchungsdesign für ein langfristiges Monitoring der Flächen erarbeiten. Dieses soll die langfristige wissenschaftliche Untersuchung der Flächen sicherstellen und fundierte Ergebnisse liefern.

Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V, 13. Juni 2017. .

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS  Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Sorry, the comment form is closed at this time.

rssRSS
Powered by WordPress