Ältester Regenwald der Welt soll Palmölplantage weichen

+ 01.06.2011 + In Kamerun sollen 60.000 Hektar Regenwald für eine Ölpalmen-Plantage gerodet werden.

Kenia, Liberia, die Elfenbeinküste und andere afrikanische Länder haben bereits große Teile ihrer Regenwälder für Palmöl-Plantagen aufgegeben. Jetzt will die Blackstone Gruppe auch in Kamerun Ölpalmen anbauen. Durch dieses Projekt könnte einer der ältesten Regenwälder der Erde für immer vernichtet werden. Das Palmöl wird vor allem für die europäische Industrie produziert.

Ein Hot-Spot der Artenvielfalt verschwindet
Im Südwesten Kameruns steht einer der ältesten und artenreichsten Regenwälder der Erde kurz vor der Vernichtung. Das für die Abholzung geplante Gebiet grenzt direkt an den Korup Nationalpark und die Rumpi Hills Waldreserve.

Dieser Wald ist ein Hot-Spot der Artenvielfalt. Hier kommen 25 Prozent aller afrikanischen Primaten-Spezies vor, darunter Schimpansen und die sehr seltenen Drills. Auch 45.000 Menschen würden durch den Bau der Palmölplantage ihr Land und damit ihre Existenzgrundlage verlieren.

Investoren greifen nach Afrika
Für Investoren ist Afrika aus vielen Gründen interessant. Durch den weltweit steigenden Verbrauch an Palmöl werden immer neue Flächen für Plantagen benötigt. Afrika hat das passende Klima für Ölpalmen und ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Das wissen die Investoren zu nutzen. Einer dieser Investoren ist die Blackstone Gruppe. Sie gehört zu den größten Finanzinvestoren der Welt und hält unter anderem Aktien der Deutschen Telekom, der Allianz SE sowie ein Milliarden schweres Immobilienpaket der Deutschen Bank. Nun will Blackstone auch am weltweiten Palmölboom mitverdienen. Die Energiefirma Sithe Global, an der Blackstone 80 Prozent der Anteile hält, will in Kamerun auf 60.000 Hektar Ölpalmen anpflanzen.

Werbebotschaft eine verstecke Lüge
Eine geschickte Werbekampagne sorgt für weltweite Akzeptanz dieses Projektes. Der Firmenchef von Sithe Global, Bruce Wrobel, gründete die Organisation „All for Africa“. Unter diesem Namen sammelt er Spendengelder, um eine Million Bäume zu pflanzen, die einen „nachhaltigen Mehrwert für ganz Afrika“ erzeugen sollen. Dass die „Bäume“ Ölpalmen sind und für ihre Pflanzung erst einmal Regenwald gerodet und Familien von ihrem Land vertrieben werden, erfahren die Spender und Spenderinnen nicht.

„Die geplante Palmöl-Plantage von Blackstone würde einen einzigartigen Regenwald zerstören, der zu den ältesten Wäldern dieser Erde gehört. Unzählige Arten würden unwiederbringlichen ihren Lebensraum verlieren und Tausende von Menschen ihre Lebensgrundlage.“, so Katja Wiese, Geschäftsführerin von Naturefund.

Organisationen wollen Kamerun unterstützen
Naturefund setzt sich gemeinsam mit dem SAVE Wildlife Conservation Fund, Rettet den Regenwald e. V. und vielen anderen Organisationen dafür ein, den Ausbau der Palmölplantagen in Afrika zu stoppen. Ein öffentlicher Brief wurde an die Firmenleitung der Blackstone Gruppe sowie an den Chef der Sithe Global, Bruce Wrobel, geschickt. Das Schreiben wurde auch im Internet veröffentlicht.

Die Menschen sollen erfahren, was Blackstone in Kamerun plant. Auf den Konzern soll Druck ausgeübt werden, um ihn zu veranlassen, von dem Projekt Abstand zu nehmen. Naturefund hat vor allem ein Interesse daran, mit den Investoren ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam neue Alternativen zu finden.
Eine Antwort von Blackstone oder Sithe Global gibt es bisher noch nicht. Der Text des Briefes ist nachzulesen unter: http://www.save-wildlife.com Hier können sich alle an der Protestaktion beteiligen, indem sie den Brief an Blackstone und Wrobel unterzeichnen und versenden.

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