3000 Bäume für Bonner Bürger

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald fördert Vielfalt im eigenen Garten
Stille Stars im Wald

Bonn, 28.05.2008 – Unterstützt von der Deutschen Waldjugend und SchülerInnen der Hans-Christian-Andersen-Schule aus St. Augustin bei Bonn verteilten die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und PEFC Deutschland e.V. 3.000 Bäume aller Art auf dem Bonner Münsterplatz an Bonner Bürger. Nach dem Motto „Artenschutz beginnt vor der eigenen Haustür“ fanden so seltene Bäume wie der Speierling, die Mehlbeere oder die Elsbeere eine neue Heimat.
Bonner Passanten sahen die Stadt vor lauter Bäumen nicht, aber sich selbst überraschend als Besitzer eines neuen Zöglings: Mit den Setzlingen, die heute verschenkt wurden, haben die SDW und PEFC (Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen) buchstäblich ein Zeichen gesetzt. Schulkinder hatten frühmorgens in riesigen bunten Lettern das Wort VIELFALT auf den Bonner Münsterplatz gemalt und es danach mit den Bäumen besetzt. Nachdem alle Pflanzen verteilt waren, kam die Botschaft VIELFALT eindrucksvoll zum Vorschein. Besonders anschaulich war der Ausblick aus den umliegenden Kaufhäusern.
SDW verteilt 3000 Bäume

Seltene Schönheiten schützen

„Auch in Deutschland gibt es gefährdete Arten“, so Christoph Rullmann, SDW-Bundesgeschäftsführer und einer der Initiatoren der Aktion. „Grün-de für das Verschwinden bestimmter Bäume sind nicht nur Umweltveränderungen, Luft- und Klimaschadstoffe oder die Zerschneidung von Waldflächen.“
Auch Unkenntnis über die Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten gerade seltener Arten haben zur Folge, dass diese nicht gepflegt und erhalten werden. „Es lohnt sich, seltene Bäume zu schützen. So kann man zum Beispiel aus der Elsbeere sehr wertvolles Holz gewinnen“, empfiehlt der Waldexperte, „Ein Festmeter Rundholz der Elsbeere kann bis zu 10.000 Euro wert sein – das ist Platz eins auf dem Holzmarkt.“ Auch der rare Elsbeer-Brand, ein hochprozentiges Nebenprodukt, verkauft sich zu königlichen Preisen. Erstaunlich genug, dass die Elsbeere lediglich 2.000 Hektar von insgesamt rund 11 Millionen Hektar Wald in Deutschland bestockt.
Mit der Zeit haben sich zudem die Verwendungszwecke der Holzwirtschaft geändert, so dass bestimmte Baumarten einfach nicht mehr gefragt sind. Ein Beispiel dafür ist der Speierling. Dieser Lieferant eines der schwersten und härtesten Hölzer bestockt heute nur noch knapp 200 Hektar in Deutschland. Die wenigen noch verbliebenen Speierlinge verdienen daher bei der Bewirtschaftung besondere Schonung.

Zertifizierung
Bereits zwei Drittel des deutschen Waldes sind PEFC-zertifiziert. Das bedeutet, dass in dieser Fläche anspruchsvolle Standards für eine nach-haltige Waldbewirtschaftung umgesetzt werden. Dazu gehören auch die Förderung von Mischwäldern und der Schutz der stillen Stars, also der seltenen Arten. „Um die Artenvielfalt in heimischen Forsten nachhaltig zu sichern, sind Waldbesitzer, Industrie und vor allem Verbraucher gleichermaßen gefordert“, so Dipl.-Forstwirt Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC. „Denn nicht nur der Waldbesitzer ist für eine naturnahe Bewirtschaftung verantwortlich, sondern auch die Industrie und die Verbraucher, die gezielt zertifizierte Holz- und Papierprodukte nachfragen sollten.“

PEFC und SDW danken dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW und der Forstbaumschule Lüdemann für die freundliche Unterstützung bei der Aktion VIELFALT „Stille Stars im deutschen Wald“.

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